Umfrage zeigt Bedarf an Wettbewerbsanalysen

Eine kürzlich durchgeführte Online-Umfrage zeigt, dass in deutschen Unternehmen noch Verbesserungsbedarf bei der Anwendung von Wettbewerbsanalysen besteht. Obwohl eine deutliche Mehrheit der Befragten die Wichtigkeit dieses Instruments betont, setzen nur wenige Firmen systematisch Verfahren der Konkurrenzanalyse ein. Und nur ein geringer Prozentsatz der Befragten gibt an, auch tatsächlich über alle erforderlichen Informationen zum Wettbewerb zu verfügen.

Wettbewerbsinformationen werden insbesondere für strategische Zwecke verwendet, um die eigene Wettbewerbsposition zu bestimmen und um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Auch für vertriebliche Zwecke werden häufig Informationen über die Konkurrenz benötigt, um bei der Kundenansprache die Vorteile des eigenen Angebots zu belegen. So wundert es nicht, dass auf die Frage, von welchen Unternehmensfunktionen Wettbewerbsinformationen gegenwärtig genutzt werden, insbesondere die Geschäftsführung sowie Marketing und Vertrieb genannt wurden.

Auf die Frage, wie wichtig die Verfügbarkeit und die Nutzung von Wettbewerbsinformationen für den Erfolg des Unternehmens sind, antworteten immerhin zwei Drittel mit “von existentieller Bedeutung” oder “sehr wichtig”. Genutzt werden dabei überwiegend Informationen über Wettbewerber-Produkte und -Services, über Wettbewerber-Strategien, sowie über Produktions-, Vertriebs- und Marketing-Prozesse der Konkurrenz.

Allerdings gab nur etwa ein Sechstel der Befragten an, auch wirklich alle Informationen zu besitzen, die sie bräuchten. Und etwa ein Drittel behauptete, dass sie zwar bereits über viele Informationen verfügen, dass aber in bestimmten Situationen noch weitere Informationen durchaus hilfreich wären. Bei knapp der Hälfte aller Antworten werden jedoch generelle Lücken gesehen oder würden sich die Betroffenen deutlich mehr Informationen über die Konkurrenten wünschen.

Die Ursachen dieser Situation werden klar, wenn man sich die Aussagen zu der Frage ansieht, wie denn die Aufgaben der Wettbewerbsanalyse in den Unternehmen organisiert sind.

  • Keine einzige der befragten Firmen hat eine eigene Abteilung, die nur für Wettbewerbsanalysen zuständig ist.
  • Bei ca. 40% gibt es zwar eine Abteilung, der Wettbewerbsanalysen zugeordnet sind; diese muss daneben jedoch auch noch andere Aufgaben wahrnehmen, denen häufig eine höhere Priorität eingeräumt wird.
  • Bei ca. 30% werden Wettbewerbsanalysen meist nur spontan und nach Bedarf von denjenigen durchgeführt bzw. beauftragt, die die Informationen benötigen – dies können auch unterschiedliche Stellen sein.
  • Weitere ca. 30% haben überhaupt keine dedizierten Ressourcen für diese Aufgabe.

Angesichts dieser Situation greifen Firmen gerne auf die Hilfe von Beratern zurück. Als Aufgaben, für die gerne externe Unterstützung in Anspruch genommen wird, wurden am häufigsten genannt:

  • Beschaffung von Wettbewerbsinformationen
  • Analyse und Aufbereitung der Informationen aus Primärquellen,
  • Konzeption von Marketing-Kampagnen gegen die Konkurrenz
  • Implementierung systematischer Prozesse für die Konkurrenzanalyse
  • Aufbau einer Wettbewerber-Datenbank

Als Fazit lässt sich somit festhalten: Trotz der Bedeutung von Wettbewerbsanalysen für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sind nur in wenigen Firmen adäquate Ressourcen und Instrumente für dieses Thema vorhanden. Gelegentlich werden entsprechende Defizite durch externe Berater kompensiert.


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Winfried Kempfle

About Winfried Kempfle

Winfried Kempfle arbeitete 20 Jahre als Berater im Inhouse-Management Consulting und in verschiedenen Strategie- und Business Develoment-Bereichen der Siemens AG. Er ist zertifizierter Web Business Manager und besitzt vielfältige Erfahrungen in Strategieplanung und Strategieprojekten, im Marketing und Projektmanagement sowie in Markt- und Wettbewerbsanalyse.
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